Afferenz

15. März 2017 A 0

Afferenz (afference), lat. affere „Hintragen“; Informationsaufnahme durch die Sinnesorgane, konkret die Übertragung von Nervenerregungen durch Rezeptoren an das Zentralnervensystem. Afferenz ist in Einheit mit Efferenz die Grundlage der Bewegungssteuerung und -regelung umnd steht synonym für die gesamte Sensorik (Loosch 1999). Dabei wird der Organismus als selbstregulierendes System betrachtet, in dem die Bewegungstätigkeit die wesentlichste Form der Wechseltätigkeit mit der Umwelt ist. Somit können sportliche Bewegungshandlungen als kybernetische Modelle dargestellt werden. In einem Vergleich mit einem Computer wären die Sensoren die Sinnesorgane, die Eingänge die Afferenzen und die Ausgänge die Efferenzen. In diesem einfachen Vergleich fehlen natürlich das Bewusstsein und weitere Merkmale der Persönlichkeit, die sich so einfach nicht erschließen, den Prozess aber maßgeblich beeinflussen: →Afferenzsynthese

Bei jeder Handlung werden aus der Umwelt vielfältige Informationen über die verschiedenen Rezeptoren vom Organismus aufgenommen (Situationsafferenz). Nur bestimmte dieser Informationen (wenn sie z.B. mit der Motivation übereinstimmen) lösen eine Handlung aus (Triggerafferenz). Während die vorherrschende Motivation das WAS (Art des Verhaltens) festlegt, bestimmt die Triggerafferenz das WANN (wann das Verhalten auftritt) und durch die Situationsafferenz das WIE (nach  Sommer, 1994, S. 550). Dabei sind die Anforderungen der Sportarten unterschiedlich, sowohl von der vorangehenden Situationsanalyse bis zur aktuellen Situationsinformation (z.B. zwischen Schwimmen und Wasserball) . Trotz zunehmender Automatisierung der sportlichen Bewegungsabläufe erfordern deren Regelung eine ständige Präzisierung und Korrektur (Bewegungsempfinden durch stete Rückmeldung, → Reafferenz). (Meinel & Schnabel ,2007, 41-53 stützen sich dabei auf die Arbeiten von Anochin).

Beispiel Schwimmen: Die vorausgehende Situationsanalyse betrifft Beschaffenheit des Startblocks, der Schwimmbahn, des Wassers (Wahrnehmungen aus dem Einschwimmen, Handlungsvorbereitung) usw., während mittels Anlassafferenzen vor allem auf den Rennverlauf (Anschwimmen der Wende, Länge der Unterwasserphase, Handlungen der Gegner) reagiert wird.

Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Afferenz

 


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