Ausbildung

16. März 2017 A 0

Ausbildung (vocational education), Wissensvermittlung in dafür vorgesehenen Organisationsformen (Schule, Kurs usw.) mit zertifiziertem Abschluss, aber auch allgemein als Maßnahmen zur Verbesserung bestimmter Fähigkeiten, z.B. Ausbildung, athletische

Im Sport die Vermittlung von Fähigkeiten und Kenntnissen an Trainer im Rahmen des Qualifizierungssystems der DLRG oder des DOSB (→Rahmenrichtlinien für Qualifikation) unter Leitung der Sport– und Landesverbände, vornehmlich in vier Ausbildungsgängen: Trainer, Übungsleiter, Jugendleiter und Vereinsmanager. In der Trainerausbildung wird auf eine „Wirkungskette der Lernkultur im Leistungssport“ orientiert, die lernförderliche Tätigkeiten des Trainers und lernförderliche Bedingungen in Bezug auf seine Aus- und Fortbildung berücksichtigen sollte. Dazu reichen die bislang klassischen Vortragsszenarien nicht mehr aus, die zunehmend durch tätigkeitsbezogene Lernanlässe zu ergänzen sind (Nordmann, 2006). Die Bestrebungen, die Ausbildung im DSV durch die Bildung einer Trainer-Akademie zu verbessern, konnten bislang (11/2018) noch nicht umgesetzt werden. Aber so unbestritten wie hohe sportliche Leistungen qualifizierte Trainer voraussetzt, so darf diese Qualifikation nicht allein aus dem „Schulwissen“ der einzelnen Ausbildungsgänge wachsen. „Nicht der akademische Abschluss, sondern die konkrete Befähigung für den Trainerberuf ist entscheidend… Eine zweckfreie Verwissenschaftlichung der Trainerbildung würde alle nationalen und internationalen Entwicklungen konterkarieren und den deutschen Leistungssport perspektivisch aus der Weltspitze verabschieden“ (Fink, 2013).

Exkurs: Die 2005 vom DSB ins Leben gerufene „Traineroffensive“ entpuppte sich nur als laues Lüftchen. „Es ist seit langem akzeptiert, dass die Ausbildung von TrainerInnen verbesserungsbedürftig ist. Eine klare Profilierung der Ausbildungen, der Anforderungen und der Qualifikationen ist jedoch in keiner Weise erreicht.“ (Mester, Stellungnahme im Sportausschuss des Bundestages am 13.10.2014). Der DOSB reagiert mit seiner Konzeption zur Neustrukturierung des Leistungssports, indem die „Einführung von akademischen Studiengängen mit einem Bachelor-Abschluss an deutschen Hochschulen“ gefordert wird. Zudem werden die Spitzenverbände verpflichtet, „die Fortbildungspauschale umfänglich zu nutzen und zielgerichtet einzusetzen“ (2017, S. 29). Anstatt die berechtigten Forderungen sofort umzusetzen, wurden sie erst einmal in die Arbeitsgruppe „AG Mustervertrag“ verschoben (https://www.dosb.de/leistungssport/leistungssportreform/). Es gibt aber bemerkenswerte Einzeinitiativen, so haben die Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg und der DOSB als Kooperationspartner den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Sportwissenschaft ab Wintersemester 2016/17 für lizenzierte Trainer, Übungsleiter und Vereinsmanager angeboten. Der im flexiblen Blendend-Learning-Format konzipierte Studiengang ermöglicht Studierenden, Beruf, Trainingsalltag und Studium individuell zu gestalten und miteinander zu vereinbaren (www.bachelor.sport.fau.de).

„Ausbildung verhindert Einbildung“. (Deutsches Sprichwort)


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