Azidose

17. März 2017 A 0

Azidose (acidosis), lat. acidum „Säure“; extreme Übersäuerung des Blutes/Gewebes.

Die Azidose ist im Sport in der Regel stoffwechselbedingt (metabolische Azidose), vereinzelt auch atmungsbedingt (respiratorische Azidose/ Hypoventilation). Azidose tritt zumeist nach intensivem Training unter anaeroben Bedingungen (GAII, SA, WA) auf, indem der pH-Wert unter 7,3 sinkt. Bei pH-Werten gegen 6,4 wird die Glykolyse durch Enzymhemmung abgebrochen, womit sich der Organismus gegen eine Zerstörung der intrazellulären Eiweißstrukturen durch die starke Übersäuerung schützt. Hier besteht auch die Gefahr des Azidose-Toleranztrainings (→ „Stehvermögen“). Die Azidose normalisiert sich in 30-60 min, wobei dieser Prozess durch lockeres Schwimmen unterstützt werden kann (→Kompensation). Das ist besonders wichtig in Wettkämpfen bei kurzzeitig folgenden Starts. Andauernde Azidose führt zu Leistungsabfall, erhöht Stressanfälligkeit und Nervosität. Der Sportler fühlt sich müde, zeigt Konzentrationsschwächen und fehlende Motivation. Die oft vertretene Auffassung, die zunehmende Laktatproduktion bedinge die Azidose, ist nicht haltbar, im Gegenteil sie ist eine Folge und nicht die Ursache der Azidose. Laktat bleibt aber ein brauchbarer indirekter Marker für den zur Azidose führenden anaeroben Stoffwechsel. „Der beste Ansatz zur Vorbeugung oder zur Verzögerung einer Azidose ist, die Abhängigkeit von der Glykolyse zu verringern, den Anteil des ATP Umsatzes aus der mitochondrialen Respiration zu erhöhen und die Kapazitäten der Protonenpufferung und des Laktat-Protonen Transports aus der Zelle zu erhöhen. Die ersteren Strategien sind typisch für Ausdauertraining, letztere Strategie steht für Krafttraining.“ (Robergs & Amann, 2003).  Gegensatz: →Alkalose

 

Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Azidose


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