Belastungszone

21. März 2017 B 0

Belastungszone (BZ) (load zone), allgemein ein Bereich oder Gebiet, das besonders belastet ist, wie z.B. Sehnenansätze, Fersenbereich bei Wirkwaren (Strümpfe) oder kontaminierte Gebiete (Umwelt).

In der Trainingswissenschaft verstehen wir unter Belastungszone einen nach trainingsmethodischer Zielstellung und einer typischen Belastungsstruktur definierten Bereich des Ausdauertrainings im Schwimmen. Die empirisch ermittelten Belastungszonen folgen dem Ziel, die Belastungskomponenten so einzusetzen, dass bei definierter Energiebereitstellung immer der Bezug zur Wettkampfgeschwindigkeit beachtet wird. Damit wird im Gegensatz zu den Energiezonen stärker der motorische Aspekt (→Bewegungsgüte) berücksichtigt. In Anlehnung an die traditionellen Trainingsbereiche sowie die Trainingsterminologie anderer Verbände hat sich der DSV in 2006 für sieben Belastungszonen des Ausdauertrainings entschieden, erweitert durch das Schnelligkeitstraining als achte BZ.

Da Schwimmen generell als Kraftausdauer-Sportart zu werten ist, wird die Kraftausdauer im Rahmen des Wassertrainings nicht wie bei Neumann (2010) differenziert ausgewiesen, aber im Rahmen des Krafttrainings an Land, weil dort größere Widerstände überwunden werden als beim Schwimmen. Wenn beim Wassertraining durch den Einsatz von Trainingsmitteln (Paddles, „Bremshosen“) der Widerstand erhöht wird, verändert sich durch die erhöhte Beanspruchung zugleich die Stoffwechsellage und man „rutscht“ in die nächste Belastungszone.

 

.: Vergleich der Belastungszonen im Schwimmen zu den Trainingsbereichen des Ausdauertrainings (* je nach Leistungszielstrecke)

 

Exkurs: „Die Modelle der verschiedenen Bereiche des Ausdauertrainings im Schwimmen zeigen eine hohe Übereinstimmung in der Definition des Kompensations– bzw. Regenerations- und Schnelligkeitstrainings. Die intensive Grundlagenausdauer beginnt bei allen im Bereich der anaeroben Schwelle. Für den anaeroben Bereich ist die starke Kopplung an die Wettkampfgeschwindigkeit typisch. Ob es sich dabei um „Laktatabbau-“, „Laktattoleranz“- oder „Stehvermögentraining“ handelt, wird neben der Geschwindigkeit über die Pausenlänge entschieden. Dazwischen gibt es eine Reihe von Varianten bis zu abweichenden „Spielregeln“. So ist bei Maglischo (2003) der Sprintbereich sehr weit gefasst. Sweetenham & Atkinson (2003) beschreiben mit „MVO2“ ein Training, das mit Teilstrecken von 300-500m (ca 4 min), hoher Intensität (Puls 10 unter Max) und relativ langen aktiven Pausen (200m Kompensation) der heutigen Auffassung vom so genannten „HIT“ (high-intensity-training) nahekommt. Sie binden auch in das HVO- („high-velocity overloads“) Training das Üben von Start, Wende und Anschlag mit ein. Diese biologischen Abläufe mit den trainingsmethodischen Absichten zu verbinden und im Sinne von Belastungszonen in einer Tabelle zu erfassen ist ohne eine gewisse Willkür nicht machbar. Eine solche Tabelle gibt aber eine Orientierung, welche physiologischen Gesetzmäßigkeiten dem Training unterschiedlicher Fähigkeiten zugrunde liegen und damit einen gewissen wissenschaftlichen Rahmen“ (Auszug, Rudolph, 2014, S.62)

Belastungszonen des DSV im Vergleich zu anderen Verbänden oder Autoren

 

Wegen der Ungereimtheiten, besonders in den BZ 5-7 bietet sich ein Wechsel der Führungsgröße an, vom Energieumsatz zur Schwimmgeschwindigkeit und darüber hinaus zur kompletten Wettkampfstruktur. Zum einen hat der Trainer nur einen beschränkten Zugriff auf die Parameter der inneren Belastung, maximale Sauerstoffaufnahme kaum, Laktat selten bzw. kostenintensiv, lediglich den ungenauesten Indikator Puls regelmäßig. Zum anderen sollten wir uns mehr darauf besinnen, wo wir hinwollen und das ist nun einmal die Wettkampfleistung, die natürlich nicht losgelöst von ihren physiologischen Grundlagen gesehen werden kann (s. Tab.).

Prinzipdarstellung der Trainingsbereiche und Belastungszonen (Rudolph, 2014)

 

 

 

 

 


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