Bewegung, zyklische

21. März 2017 B 0

Bewegung, zyklische (cyclic movement), sich wiederholender Bewegungsablauf gleichartiger Bewegungen, wobei die jeweiligen Endphase und Vorbereitungsphase direkt ineinander übergehen.Ein Drittel der Wettkampfdisziplinen im Hochleistungssport liegen zyklische Antriebsbewegungen zugrunde (Witt 2008). Bei der Kraul- Armbewegung als alternierend zyklische Bewegung fällt zum Beispiel die Hauptphase des rechten Armes mit der Zwischenphase des linken Armes zusammen und umgekehrt. Die Optimierung der Zyklusgestaltung, sowohl im Einzelzyklus als auch in der Zyklenfolge, ist ein Schwerpunkt der Leistungsdiagnostik vor allem in den Ausdauersportarten. Es besteht ein Optimierungspotential der sportlichen Bewegung hinsichtlich der Verweildauer der Luft in der Lunge und der Nutzung der Steifigkeit des Rumpfes (ebenda).

Im Schwimmen wird die zyklische Bewegungsfolge der Schwimmarten durch die Wenden unterbrochen einschließlich der damit verbundenen Übergangsphasen, die inzwischen fast ausnahmslos in der Delfinbewegung erfolgen. Diese höhere Geschwindigkeit wird immer erfolgreicher in die zyklische Bewegung der Schwimmarten „mitgenommen. Dadurch werden auf der ersten Hälfte der Bahn in der zyklischen Bewegung der Schwimmart höhere Geschwindigkeiten (mit etwas höherer Frequenz) als auf der zweiten Hälfte erzielt (Küchler et al. 2011).

Inzwischen wurden sehr empfindlichen Methode zur Quantifizierung der Unterschiede in den Bewegungsmustern und der Variabilität zyklischer Prozesse entwickelt (Vieten & Jensen 2015). Auch im Schwimmkanal können durch vollautomatische Videoanalyse Informationen über die intrazyklischen Phasengeschwindigkeiten während des Schwimmens in allen vier Schwimmarten ermittelt werden (Lienhart et al. 2015). intrazyklischer Geschwindigkeitsverlauf

Exkurs: Ein sich wiederholender Bewegungsablauf heißt nicht, dass sich die einzelnen Zyklen bis aufs I-Tüpfelchen gleichen. Identische Bewegungen zu wiederholen ist prinzipiell unmöglich (Hatze 1986; Schöllhorn 1999). Die Bewegungsvielfalt der Ergebnisparameter nimmt mit zunehmender Expertise des Athleten ab, die der Ausführungsparameter zu (Hamacher & Zech 2018). Für Schwimmer übersetzt heißt das: Je erfahrener der Schwimmer ist, umso besser kann er durch innerzyklische Details (Körperspannung, Hand- und Fußhaltung, Kopfhaltung usw.) Abweichungen ausgleichen und damit die angestrebte Technik (z.B. Zyklusweg) halten. Im Strömungskanal zeigten Topschwimmer, dass sie auf höhere Geschwindigkeiten zwar mit veränderten Krafteinsätzen und höheren Frequenzen reagierten, aber den Zyklusweg konstant hielten (Rudolph 2014, S. 245)  Das ist vor allem eine Sache des Wassergefühls. Dieses wird geformt, wenn man dem Schwimmer Gelegenheit gibt, seine Technik selbst zu organisieren. Ab der zweiten Etappe des Grundlagentrainings sollte deshalb das Techniktraining nicht nur fremdorganisiert sein (Reischle & Kandolf 2015, S. 54).


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