Deadaptation

27. März 2017 D 0

Deadaptation (deadaptation), auch Detraining, lat. de „von-weg“+ adaptare, „anpassen, verändern“; Rückbildung von Anpassungen durch fehlende Belastungssteigerung verbunden mit Abfall der konditionellen Leistungsfähigkeit. →Entlastungssyndrom

Dabei verläuft die Rückbildung (Deadaptation) schneller als die Anpassung (→Adaptation) und in den einzelnen Organen und Funktionssystemen unterschiedlich. Besonders schnell bilden sich die biologischen Grundlagen der Ausdauer (maximale Sauerstoffaufnahme, aerobe und anaerobe Kapazität) zurück, während die Kraftfähigkeiten etwas stabiler sind. Auch Anpassungen des Bindegewebes bilden sich relativ schnell zurück, wodurch die Verletzungsgefahr erhöht ist (Jungmichel, 1979). Je mehr die physiologischen Voraussetzungen genetisch bedingt sind, um so stabiler sind die daran gebundenen Fähigkeiten, wie z.B. die Schnelligkeit. Besonders forciert ausgebildete Anpassungen sind hingegen relativ instabil (Achtung → „HIT“ und →„USRPT“). Bei Zwangspausen durch Verletzungen sollte, wenn medizinisch vertretbar, Kreislauf und Atmung „in Gang“ gehalten werden, selbst bei Ruhigstellung einzelner Gliedmaßen ist durch Training der „gesunden Seite“ die Deadaptation zu mindern (→Transfer, kontralateraler).

Beispiel: Bereits nach fünf Tagen Schwerelosigkeit (ähnlich wie Bettruhe) verkleinerte sich der Muskelfaserdurchmesser der Typ-I-Fasern um 11% und der Typ-II-Fasern um 24%, nach 11 Tagen war die Faseratrophie noch größer (Edgerton et al. 1995, zitiert bei Hottenrott & Neumann, 2010, S. 42)

Mehr zum Thema: Hottenrott & Neumann (2010). Trainingswissenschaft. Meyer & Meyer. S.41-43


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