Energiestoffwechsel

12. April 2017 E 0

Energiestoffwechsel (energy metabolism), „Gesamtheit der energiebereitstellenden und energieverbrauchenden Stoffwechselprozesse zur Aufrechterhaltung von Leben und motorischer Leistungsfähigkeit, dabei ist das Adenosintriphosphat (ATP) die zentrale Größe…Hauptenergieträger sind Glucose, freie Fettsäuren, Glycerol, Aminosäuren, Laktat. Der Energieaustausch erfolgt über das Herz-Kreislaufsystem und kann aerob, aerob-anaerob und anaerob ablaufen“ (Neumann, in Schnabel & Thieß,1993, S. 253). →Stoffwechsel, →Energiebereitstellung, →Energiebilanz, →Energiespeicher

Das Verhältnis von aerober zu anaerober Energiegewinnung hängt von der Belastungsdauer und der Belastungsintensität ab. Im Schwimmen wird im Kurzstreckenbereich (50-100m) vorwiegend anaerob gearbeitet, ab 200m „übernimmt“ der aerobe Anteil das Geschehen, um im Langzeitausdauerbereich das Regime fast vollständig zu übernehmen. Die Trendkurven in der Grafik entstammen dem Mittel verschiedener Angaben aus der Literatur (Rudolph, 2014, S.57), streuen aber sehr stark je nach Trainingszustand, Muskelfaserstruktur bis zur Ernährungssituation des Schwimmers.

Verhältnis von aerober zu anaerober Energiegewinnung nach Wettkampfstrecken im Schwimmen (%)

 

Ergebnisse aus aktuellen Studien:

  • Lipide als Brennstoff für die Energieversorgung bei submaximaler Bewegung stammen aus subkutanen Fettsäuren, intramuskulären Triacylglyceriden, Cholesterin und Nahrungsfett. Diese Fettquellen tragen auf verschiedene Weise zur Fettsäureoxidation bei. Diese hängt ab von Trainingsstatus, Trainingsintensität, Trainingsdauer, Geschlechtsunterschiede und Ernährung. Insbesondere Langzeitausdauer-Training (>2 h), ermöglicht Anpassungen, die sowohl die Herkunft der subkutanen Fettsäuren als auch die Fettsäureoxydations-Rate verändern (Purdom et al. 2018).
  • Aus 279 Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln überstanden nur acht über Kohlenhydrate, drei über Flüssigkeitszufuhr und zwei über Koffein den Qualitätscheck. Sechs der acht Kohlenhydrat-Studien zeigten bei Fußballern, dass ein sechs bis acht-prozentiges Kohlenhydrat-Elektrolyt-Getränk, das Dribbling, den Torschuss oder das Passspiel während einer 90-minütigen Spielbelastung positiv beeinflusste. Zu den Themen Koffein und Flüssigkeitszufuhr konnten in Bezug auf fußballspezifische Fertigkeiten keine eindeutigen Ergebnisse gefunden werden (https://www.dfb-akademie.de/studie/nahrungsergaenzung-kaffee-oder-zuckerwasser/-/id-15000089-Zugriff am 20.02.2019).
  • Eine Ausdauerbelastung auf dem Fahrradergometer zeigte beim Vergleich von Trainierten und Untrainierten, eine signifikant höhere Laktatauslenkung bei der untrainierten Gruppe und einen signifikant höheren Fettanteil am Energieverbrauch bei der Athletengruppe (Aslankeser & Balci, 2017).
  • Eine kalorische Einschränkung verbessert die Leistung und Energieeffizienz der Athleten, reduziert aber die tägliche Aufnahme von Mikronährstoffen; daher sollte bei der Umsetzung von Programmen zur kalorischen Einschränkung die Ergänzung von Mikronährstoffen in Betracht gezogen werden (Pons et al. 2018)
  • Bei den längeren Rennen (Freiwasserschwimmen) sollten Verpflegungspontons verwendet werden, um eine Nahrungszufuhr von bis zu 90 g/h Kohlenhydraten aus multitransportfähigen Quellen zu ermöglichen (Shaw et al. 2014).
  • Bei mehrmaligen intensiven Sprints im Schwimmen (4x50m/ Laktat bis 12 mmol/l) betrug der geschätzte aerobe Beitrag 33 bis 52%. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des aeroben Energiebeitrags beim ein- und mehrmaligen Schwimmen mit hoher Intensität (Peyrebrune et al. 2014).
  • Bei einem 200m-Freistil-Rennen wurden direkte Beziehungen zwischen Energiekosten und Koordinationsindex gefunden, was die Bedeutung der Technik für die Ökonomie des Schwimmens unterstreicht (Figueiredo et al. 2013).
  • Bei der spanischen Nationalmannschaft im Schwimmen wurde während der Vorbereitung in der Höhe vor den Olympischen Spielen 2008 die Ernährung protokolliert. Bei den Schwimmern betrug die durchschnittliche Energieaufnahme 2985,2Kcal/d (SD: 623,2), 329,4g/d (SD: 85,1) Kohlenhydrate, 162,3g/d (SD: 41,6) Protein und 120,5g/d (SD: 39,6) Lipide. Bei den Schwimmerinnen betrug die durchschnittliche Energieaufnahme 3153,1Kcal/d (SD: 775,0), 391,6g/d (SD: 109,8) Kohlenhydrate, 172,2g/d (SD: 68,7) Protein und 108,3g/d (SD: 35,1) Lipide (Mariscal-Arcas et al. 2008) usw. unter https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/sponet/Search/Results?lookfor=Energiestoffwechsel+im+Schwimmen&type=AllFields&limit=20&sort=first_indexed+desc 20.02.2019

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.