Fehlerkorrektur

18. April 2017 F 0

Fehlerkorrektur (faults, correction of), Beseitigung von Fehlern, im Sport vorrangig „Maßnahme zur Beseitigung von Bewegungsfehlern“ (Krüger in Schnabel & Thieß, 1993, S.294). Dem geht die Fehleranalyse voraus.

Das Beherrschen der Fehlerkorrektur gehört zum A-B-C des Trainers. Ihr Ausmaß sollte an die Phasen des motorischen Lernprozesses (→Lernen, motorisches) angepasst sein, d.h. entsprechend des Aufnahmevermögens und der konditionellen Fähigkeiten des Kindes.

Beispiel: Das angestrebte Technikmerkmal  „Ellenbogen-vorn-Halte“ kann erst dann ausgeprägt werden, wenn die Beweglichkeit im Schultergürtel und vor allem die Kraft des großen Brustmuskel dazu ausreicht. Folglich muss man erst da ansetzen, bevor man dem Kind eine fehlerhafte Armführung bescheinigt (Beispiel bei Reischle, 2015, S.59).

In der direkten Fehlerkorrektur wird der registrierte Fehler unmittelbar benannt (z.B. hohe Ellbogenhalte), in der indirekten Fehlerkorrektur sind Umstände mit einzubeziehen, die den Fehler verursachen (z.B. zu instabile Rumpfmuskulatur bei unruhiger Wasserlage). Fehlerkorrektur sollte sich auf das Wesentliche (→Hauptfehler) beschränken und für den Schwimmer verständlich sein (→Fasslichkeit). Es ist die ganze Bandbreite verbaler, visueller und kinästhetischer Informationen auszuschöpfen. Gehe dabei vom Leichten zum Schweren und vom Bekannten zum Unbekannten (Freitag, 1990). Einige Autoren bieten Tabellen zur Technikeinschätzung oder Fehlerkorrektur an, so ein „Technik-Kontrollsystem“ durch Frank (1998) oder Listen zur Fehlerindikation durch Reischle (2015).

Fehlerkorrektur im Rahmen der Handlungskette im Techniktraining (nach Martin et al. 1999, S. 318)

 

Mehr zum Thema: Reischle & Kandolf: Schwimmarten lernen-Grundlagen trainieren. Wege zum Topschwimmer Bd. 1, Hofmann-Schorndorf

Und:  https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp96_03_34_40.pdf (Zugriff 5.04.2019)

 

„Bekräftigung des Guten ist meist lernwirksamer als ein belehrendes oder gar nörgelndes Korrektur-Besserwissen samt anschließendem oft wenig freudvollem Korrekturprozess“ Arturo Hotz (1996), S. 34.


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