Grobkoordination

21. Mai 2017 G 0

Grobkoordination (gross coordination), erste Phase des motorischen Lernens (Aneignungsphase), „die bereits alle wesentlichen Merkmale (Grundzüge) der angestrebten Bewegungshandlung aufweist, wobei jedoch noch Mängel und Unvollkommenheiten auftreten. (Schnabel & Thieß, 1993, S. 355).

Das Erlernen der Grobkoordination der Schwimmarten sowie von Start und Wende setzt das Beherrschen der Grundfertigkeiten (Kernelemente) voraus. Der Lernende kann die Elemente Atmen, Gleiten und Fortbewegen (Antreiben) in die Schwimmbewegung integrieren. Dann gelingt auch einmal ein Nachahmen auf Anhieb, z.B. die Grobform des Rückenschwimmens. Am Beispiel des Kraulschwimmens wäre als Grobkoordination anzustreben: eine horizontale Wasserlage, der vertikal durchgeführte Wechselschlag der Beine, der alternierende Einsatz der Arme und die zeitlich darauf abgestimmte Atmung (Frank, 1996). In der Informationsverarbeitung dominiert der optische Analysator (Wick, 2005). So ist auch der Anteil an effektiver Fremdinformation mit 70% noch recht hoch und lässt erst in den folgenden Ausbildungsetappen zugunsten der Eigeninformation nach (Hartmann et al. 2011).  

Mit dem Ende der ersten Etappe des Grundlagentrainings sollte die Grobkoordination in den vier Schwimmarten einschließlich Start und Wende beherrscht werden. Reischle unterteilt den Erwerb der Grobkoordination in:

  • Technikeinstieg I mit dem Ziel, erlernen der räumlich-zeitlichen Struktur von Arm- und Beinbewegung.
  • Technikeinstieg II mit dem Ziel, erlernen von Kopplungserwerb und dynamisch zeitlicher Struktur.

 

Mehr zum Thema: Reischle & Kandolf (2015). Wege zum Topschwimmer, Bd. 1; 7.1 Grundausbildung und Grundlagentraining-Grobkoordination erwerben. Hofmann, S. 184-199

 


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