Hochleistungssport

25. Mai 2017 H 0

Hochleistungssport (elite sport; high-performance sport), synonym mit Spitzensport; letzte und höchste Phase im langfristigen Aufbau des Leistungssportlers, in der die gesamte Trainings- und Wettkampftätigkeit sowie der Lebensstil auf das Erreichen sportlicher Spitzenleistungen („Spitzensport“) ausgerichtet ist. Im Hochleistungssport werden die besten und talentiertesten Sportler als A- oder B-Kader gefördert (→Kadersportler, →OSP,Sportförderung, →Regionalkonzepte, →Stützpunkttraining). Der moderne Hochleistungssport ist durch folgende Tendenzen gekennzeichnet:

  • „Spitzensport ist eine tragende Säule des Sports. Zunehmende internationale Konkurrenz, steigende Kommerzialisierung, notwendige Professionalisierung sowie der Einfluss der Medien werden eine weitere Leistungssteigerung zur Konsequenz haben.
  • Die sich fortsetzende Internationalisierung des Spitzensports – bei gleichzeitiger Ausprägung spezifischer europäischer Entwicklungen -, der Wissenstransfer über wirksame Trainingsmethoden zwischen Sportlern, Trainern und Wissenschaftlern sowie die Umsetzung nationenspezifischer Vorteile führen zu einer breiteren Verteilung von Sieg- und Medaillenchancen auf die konkurrierenden Nationen.
  • Die Mehrzahl der internationalen Verbände wird sich verstärkt der weltweiten Verbreitung ihrer Sportarten durch zusätzliche Förderprogramme zuwenden.
  • Gleichzeitig wird aufgrund der wirtschaftlichen Situation, der Nutzung des Spitzensports zur nationalen Repräsentanz und der langjährigen Erfahrungen zur Entwicklung moderner Trainings- und Wettkampfsysteme eine geringe Anzahl von Nationen das Bild bei Olympischen Spielen mit hohen Leistungen in einer Vielzahl von Sportarten prägen. Unter Berücksichtigung wesentlicher Faktoren zur Weiterentwicklung nationaler Spitzensportsysteme werden auf längere Sicht speziell im Sommersport die USA, Russland und China führende Positionen einnehmen.“ (DSB-Nationales Spitzensport-Konzept).

Diese strategische Grundrichtung bestimmt auch das Eckpunktepapier des DOSB zur Neustrukturierung des Spitzensports vom 23.09.2016. Dabei bleibt der Zwiespalt bestehen zwischen „keine Leistung um jeden Preis“ und dem „Streben nach einem Platz auf dem Podium“. 

„In allen beobachteten Hochleistungssportsystemen ist deshalb die Frage nach effektiver Steuerung zur eigentlichen Herausforderung geworden. Immer dann, wenn der Hochleistungssport zu einem bestimmten Zeitpunkt, und das sind vor allem die Olympischen Spiele, auf dem Prüfstand steht, wird diese Frage erneut aufgeworfen. Ist man erfolgreich, sieht man sich mit seiner Steuerungskompetenz bestätigt, treten Misserfolge ein, ruft der Reformdruck Modernisierungsbemühungen hervor, deren Gelingen jedoch immer davon abhängig sein wird, dass die nicht gewollte Option des Misserfolges auch für Erfolgreiche wahrscheinlich bleibt. Der internationale Hochleistungssport ist und bleibt auf diese Weise ein Nullsummenspiel. Zur Logik des Siegers gehört der Verlierer“. (Digel & Burk, 2004)

Mehr zum Thema: http://www.bpb.de/apuz/28259/hochleistungssport-im-internationalen-vergleich?p=all– Zugriff 19.07.2019


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