Körperhöhe

03. Januar 2020 K 0

Körperhöhe/Körpergröße (KH) (body height), vertikaler Abstand von der Standfläche bis zum höchsten Punkt des Kopfes. Bis zum 10. Lebensjahr schießen Jungen und Mädchen fast parallel in die Höhe, Jungen sind ein bis zwei Zentimeter größer, werden aber dann von den Mädchen überholt. Ab dem 13. Lebensjahr wachsen Jungen im Schnitt 15 cm in den folgenden vier Jahren, Mädchen indes nur 1 cm pro Jahr. Mit 17 sind Jungen im Schnitt 1,78 m, Mädchen 1,65 m (KiGGS – Studie 2007). Im Schwimmen verlaufen Körperhöhe und Schwimmleistung im Altersgang fast im gleichen Takt (s. Abb.).

Körperhöhe und Schwimmleistung im Altersgang
Körperhöhe und Schwimmleistung im Altersgang (männlich) (Rudolph 2000)

 

Die KH beeinflusst auch die Länge der Extremitäten, einschließlich der Hände und Füße und ist deshalb für den Vortrieb im Schwimmen, der weitgehend durch  „Hebel“ und Abdruckflächen gestaltet wird, eine Schlüsselgröße (u.a. Carter & Ackland 1994, Tella et al. 2001, Galladas et al., 2005, Rudolph 2004, Saavedra et al. 2010, Uitt et al. 2010, Silva et al. 2014). Folglich liegen auch die Finalteilnehmer bei Olympischen Spielen immer über dem Mittel der Normalpopulation, gegenwärtig bei 189 cm (Männer) und 174 cm (Frauen), wobei selbst im Schwimmen die erstplatzierten größer sind als die letztplatzierten (z.B. bei OS 1996 Männer 198 cm zu 179 cm). Es gibt aber erhebliche Unterschiede zwischen den Disziplinen, so sind die größten Schwimmer/innen auf den 50-200m-Freistilstrecken zu finden, während die Brustschwimmer/innen im Mittel signifikant kleiner sind.

Körperhöhe der Finalteilnehmer bei den OS 96, WM98 und OS 2000 nach Disziplinen

 

Exkurs: Die aktuellen Weltrekorde (Stand 2019) halten im Mittel 192 cm große Schwimmer und 176 cm große Schwimmerinnen. Wird also zunehmend mit größeren Hebeln im Schwimmen gearbeitet? Das ist nicht anzunehmen, denn In den westlichen Industriegesellschaften hat die durchschnittliche Körperhöhe in den vergangenen 30 Jahren ein Plateau erreicht. „Lange Zeit steckten wir die überschüssige Energie in unserer Nahrung in das Größenwachstum, jetzt, wo wir das genetische Maximum erreicht haben, wachsen wir in die Breite“ (Staub, 2001)

 

Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/K%C3%B6rpergr%C3%B6%C3%9Fe (Zugriff am 03.01.2020)


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