Kraftausdauer

09. Juni 2017 K 0

Kraftausdauer (KA) (strength endurance), konditionelle Fähigkeit, mit wiederholten Krafteinsätzen einen Bewegungswiderstand zu bewältigen, der mit mindestens 30% der Maximalkraft (nach Schmidtbleicher (2003) mehr als 50% der Maximalkraft über zwei Minuten) definiert ist, darunter spricht man von aerober Ausdauer. Die Trainingswissenschaft hat noch keine einheitliche Definition gefunden, deshalb hat man sich sehr an der Trainingspraxis orientiert. Bis auf die Geh- und Laufdisziplinen haben die meisten Ausdauersportarten größere Widerstände zu überwinden (Stockeinsatz Skilanglauf, Paddel bei Rudern/Kanu, Tretlager bei Radsport). Damit handelt es sich in den zyklischen Sportarten vorrangig um dynamische Kraftausdauer. Kraftausdauer benötigen aber auch Sportarten, in denen wiederholt gesprungen werden muss (Eiskunstlauf, Volleyball, Basketball) bzw. Gegner (Ringen, Judo) oder Geräte (Handball) „bewegt“ werden. Verschiedentlich wird dann von Schnellkraftausdauer gesprochen (Weineck, 2002, S.243). Muss ein Gerät über längere Zeit sicher gehalten werden (Schießen), spricht man von statischer Kraftausdauer. Ferner wird zwischen absoluter und relativer Kraftausdauer unterschieden. Um nicht weiter zu verwirren wird folgende einfach Definition empfohlen: Kraftausdauer wird benötigt, wenn höhere Lasten/Widerstände (Kraftkomponente) über längere Zeit (energetische Komponente) zu bewältigen sind.

Durch die Bewältigung des Wasserwiderstandes, der bekanntlich im Quadrat zur Schwimmgeschwindigkeit ansteigt, einschließlich der dazwischen gelagerten Abstöße an den Wenden ist die Kraftausdauer für Kurz- und Mittelstreckenschwimmer die dominante konditionelle Fähigkeit. Wir sprechen aber vom Kraftausdauertraining im Schwimmen, wenn die Widerstände durch widerstandsvergrößernde Trainingsmittel im Wasser (→Paddles, →Flossen, →Powerrack, Stretchband usw., bei Maglischo (2003) power training) oder spezifische Krafttrainingsgeräten an Land (→Biobank, →“FES-Bank“) erhöht werden. Eine weitere Differenzierung in Maximalkraftausdauer, laktazide und aerobe Kraftausdauer (Pach, 1990) scheint für Schwimmer nicht zweckmäßig, da es sich hier vor allem um laktazide Kraftausdauer handelt (Belastungsdauer 30’’ – 4’), ansonsten entspricht diese Vorgehensweise mehr dem Schnellkrafttraining oder GAI- Training.

 

Mehr zum Thema: http://www.trainingsworld.com/training/krafttraining-sti47291/kraftausdauer-sport-zwischen-trainingsmythos-sportpraxis-2340828.html#idAnchComments (Zugriff am 6.08.2016)


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