Laktatbildung

12. Juni 2017 L 0

Laktatbildung (lactat build-up), Ergebnis anaeroben Energiestoffwechsels (→Glykolyse), d.h. wenn der Energieumsatz größer ist als durch oxydativen Abbau (→aerob) bereitgestellt werden kann. Das betrifft aber nur größere Mengen an Laktat, denn Laktat – wenn auch in kleineren Mengen – wird immer gebildet (Heck, 1990, S. 39). Eine maßgebliche Rolle spielt hierbei die Muskelfaserstruktur und damit die Masse der Mitochondrien.  Ausdauertrainierte benötigen bis zum Erreichen des Gleichgewichts zwischen Bildung und Abbau von Laktat  (→Steady state) zwei bis vier Minuten (Hottenrott & Neumann, 2010, S. 291). Mit zunehmender →Belastung steigen die Laktatwerte linear zur Intensität an. In 100/200m-Wettkämpfen liegen sie im Mittel bei 12 – 14 mmol/l, wobei maximale Werte bei Schwimmern mit hohem Anteil schnellkontrahierender Muskulatur bis 24 mmol gemessen wurden. Die maximale Laktat-Senkungsgeschwindigkeit liegt bei 21 mmol/l pro Minute (→Laktateliminierung). Die laktazide Kapazität ist dabei nicht durch den Glukosevorrat, sondern durch die maximal tolerierbare Azidose limitiert (Tomasits & Haber, 2003). In Ausnahmefällen können Schwimmer Werte von 20-24 mmol/l tolerieren. →Laktatakkumulation, →Schwelle, →Belastungszonen, →Ruhelaktat

Exkurs: „Die Studienlage zu Veränderungen der maximalen Laktatbildung bei Erschöpfungszuständen und Leistungseinbrüchen ist widersprüchlich…Notwendig erscheint in jedem Fall eine Unterscheidung der Ursachen reduzierter Laktatwerte. Diese können einerseits eine trainingsbedingte Anpassung an sportliche Ausdauerbelastungen darstellen und eine bessere Verwertbarkeit des Laktats durch die arbeitende Muskulatur und andere Organe anzeigen (Donovan & Brooks, 1983), andererseits jedoch auch eine eingeschränkte Fähigkeit des Muskels reflektieren, Laktat zu bilden (vgl. Bosquet, Leger & Legros, 2001), entweder aufgrund zentraler Steuerungsprozesse (vgl. Noakes, 2000) oder entleerter Glycogenspeicher nach intensivem Training. Verminderte maximale Laktatwerte können also sowohl mit Leistungssteigerungen als auch mit Leistungsminderungen einhergehen.“ (Bossmann, 2014, S.7).

.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.