Mitochondrium

20. Juni 2017 M 0

Mitochondrium (mitochondrion), Bestandteil der →Zelle, in deren Doppelmembran die →Enzyme des →Citratzyklus und der →AtmungsketteAdenosintriphosphat (ATP) produzieren, der deshalb auch „Kraftwerk der Zellen“ genannt wird. Ohne die 1890 erstmals beschriebenen Mitochondrien könnte der Mensch nicht existieren. Er braucht das ATP, um zu atmen, zu sprechen, sich zu bewegen, zu denken sowie für den Transport des Bluts durch den Körper. Deshalb befinden sich besonders viele Mitochondrien in den Nerven- und Muskelzellen, also in →Gehirn, →Herz, Netzhaut und der →Skelettmuskulatur. Funktionsstörungen (z.B. der Energieproduktion) können zu erheblichen Schäden bis zu Herzrhythmusstörungen oder Muskelschwäche führen. Durch →aerobes Ausdauertraining nehmen Volumen, Dichte und Oberfläche der Mitochondrien um das Zwei- bis Dreifache zu und ihre Verteilung wird optimiert. Die Mitochondrien sind die morphologische Basis für vergrößerte →Sauerstoffaufnahme und somit für erhöhte →aerobe Leistungsfähigkeit.

 

ATP-Produktion in den Mitochondrien (mit Genehmigung von http://www.egbeck.de/skripten/bs11-57.htm)

 

Exkurs: Ohne die Energie der Mikrochondrien glich der Mensch einem Auto ohne Benzin. Obwohl sie sich in mehr als 189 000  Artikeln größter Aufmerksamkeit der Wissenschaftler erfreuen, sind noch viele Fragen ungeklärt. Das betrifft besonders den Zusammenhang von Mitochondriendefekten und Krankheiten. Ungeachtet dessen werben Wunderheiler, müde Mitochondrien wieder „aufladen“ zu können. Viele Fragen sind aber noch nicht beantwortet und bedürfen weiterer Grundlagenforschung. Man vermutet, dass es kaum eine Erkrankung gibt, an der Mitrochondrien nicht beteiligt sind. Es ist aber noch nicht geklärt, ob defekte Mitochondien die Krankheit auslösen oder ob es sich um Kolateralschäden handelt. Zudem fehlt es momentan an verlässlicher Labordiagnostik. Bei der von den Gurus epfohlenen (zumeist sehr teuren) Therapie ist noch nicht einmal gesichert, ob sie nicht bei bestimmten Kranheiten sogar schaden. (Hackenbroch, V.: „Voodoo und Vitamine“, SPIEGEL, 37/2017, 122-123)

 

Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Mitochondrium

–    http://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb_200708_Artikel/Bloch_11.pdf?__blob=publicationFile


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