Muskelfaser

05. November 2020 M 0

Muskelfaser (muscle fiber), kontraktiler Grundbaustein der Skelettmuskulatur, dessen kleinste Einheiten (→Myofibrillen) die typische Querstreifung hervorrufen. In den Fibrillen sind die beiden Eiweißmoleküle Myosin und Aktin gelagert, die durch chemische Bindung den eigentlichen Kontraktionsvorgang (→Muskelkontraktion) auslösen. Nach der Anzahl der Myofibrillen und Mitochondrien werden drei Muskelfasertypen unterschieden (s. Tab.). Die Verteilung der Muskelfasern ist für Männer zu 99,5% und für Frauen zu 92,2% genetisch bestimmt (Komi 1977, Vikne et al. 2012) und damit typisch für die gesamte Skelettmuskulatur eines Menschen. Damit wäre eine frühkindliche Bestimmung möglich, die aber nicht nur an der aufwendigen (blutigen) Biopsie scheitert, sondern auch erst mit der beginnenden Spezialisierung im Schwimmen ab Anschlusstraining (Jugendalter) von Interesse sein dürfte.  →Eignungsmerkmal

Faserverteilung im Oberschenkel eines Sprinters (a) und eines Radfahrers (b). FT-Fasern grau, ST-Fasern schwarz (Howald 1989, S.20, Wiedergabe durch Redaktion „Leistungssport“ genehmigt am 14.03.07)

Exkurs: Trappe et al. (2001) untersuchten die Veränderungen in der gesamten Muskelfunktion und in den Kontraktionseigenschaften der Muskelfasern Typ I und II des Deltamuskels von 6 hochtrainierten Schwimmern vor und nach 21 Tagen Tapering. Durch die Reduzierung des Trainingsumfangs veränderten sich die Kontraktionseigenschaften der einzelnen Muskelfaser. Muskelfasern Typ II werden durch Tapering mehr beeinflusst als Muskelfasern Typ I. Die erhöhte Größe, Kraft, Geschwindigkeit und Leistung der Fasern Typ II können für die Verbesserung der Gesamtmuskelkraft und -leistung nach dem Tapering verantwortlich sein.

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