Paddle

27. Juni 2017 P 0

Paddle (paddle), Handbrett, beliebtes wie kritisch zu sehendes Hilfsmittel im motorischen Lernen und Schwimmtraining. Wegen der Gefahr von Schulterverletzungen (→Schwimmerschulter), Abweichungen von der optimalen Schwimmtechnik und „Störungen im Timing“ (Gambril & Bay 1988) sollte der Einsatz von Paddles auf kurze Strecken mit hohen Schwimmgeschwindigkeiten beschränkt bleiben (→spezifische Kraft) und nicht zum „Kilometer-Schwimmen“ missbraucht werden. Unverzichtbar ist eine saubere Ausführung des Armzuges, deshalb sollte die Fläche der Paddles die Handfläche nicht überschreiten. Zudem nehmen die „metabolischen Transportkosten“ (VO2, Herzfrequenz) mit zunehmender Paddelgröße ab. Deshalb empfehlen Crocker et al. (2021) eine optimale Handpaddelgröße (210-358 cm2) für geübte, erwachsene Schwimmer. Inzwischen haben sich verschiedene Arten von Paddles durchgesetzt: Neben der klassischen Form (z.B. Speedo Hand paddles) große Paddles (Fulcrum paddles), die mehr zum Training der  spezifischen Kraft/Wasser und weniger für Technikübungen geeignet sind, Finger –Paddles (Finger paddles) und Paddles, die nur den Handteller oder die Finger bedecken und abfallen, wenn nicht kontinuierlich Druck auf sie ausgeübt wird. Man lernt hiermit, ständig „am Wasser“ zu bleiben und die Hand im Abdruck zu stabilisieren.

Exkurs: Vor einem übermäßigen Einsatz von Paddles im Nachwuchstraining sei daran erinnert, dass im Training das geübt werden soll, was im Wettkampf gebraucht wird und da sind Hilfsmittel nicht gestattet. Die Studienlage ist differenziert. Zum einen wird der Verwendung von Paddles während des Trainings eine wesentliche Verbesserung der Schwimmeffizienz und -leistung zugesprochen (Abdelhameed und Hassaneen, 1997, Awad et al. 2016). Nach Ogita et al. (1999) hat die schnellere Schwimmgeschwindigkeit, die mit Paddles erreicht wird, keine Auswirkungen auf die metabolischen Reaktionen. Daher könnte die Fähigkeit, mit Paddles schneller zu schwimmen, hauptsächlich auf andere als metabolische Faktoren zurückzuführen sein, d. h. auf eine höhere Antriebseffizienz (Awad et al. 2016). Schwimmen mit Paddles stellt erst dann höhere physiologische Anforderungen im Verhältnis zum Schwimmen ohne Paddles, wenn die Schwimmgeschwindigkeit höher ist (Cardoso de Matos et al. 2018).  So hat eine Studie ergeben, dass ein vierwöchiges Training mit Paddles die  Schwimmleistung nicht verbesserte im Vergleich zu einer Gruppe, die ohne Paddles trainierte (Barbose et al. 2020).

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