Pubertät

29. Juni 2017 P 0

Pubertät (puberty), lat. pubertas „Geschlechtsreife“; ontogenetische Entwicklungsphase des Überganges zur “Geschlechtsreife”, die individuell sehr unterschiedlich verläuft. Sie wird in der Fachliteratur verschieden gebraucht: einmal für Pubeszenz und Adoleszenz zusammen als Zeit der geschlechtlichen Reifung, dann wieder nur als erste Phase der Reifungszeit oder als Zeitpunkt der erreichten Geschlechtsreife. Meinel & Schnabel (2007) sprechen sich für die große Spanne aus, die bis in das Jugendalter geht und sehen folglich in der Pubeszenz die erste Phase dieser Entwicklung. Mädchen haben in der BRD mit durchschnittlich 12,8 Jahren ihre erste Regelblutung, Jungen mit 15,1 Jahren den Stimmbruch. Übergewichtige Mädchen beginnen und beenden ihre Pubertät früher als andere (KiGGS-Studie 2007). Es ist die Phase großer Herausforderungen, die ROUSSEAU als „zweite Geburt des Menschen“ bezeichnete.

Bei den Schwimmerinnen sind mit der Menstruation auftretende Beschwerden bei der Trainingsbelastung zu berücksichtigen. Ansonsten wird die Pubertät heutzutage nicht mehr als „Sport-Schonzeit“ verstanden. Allerdings sind durch Wachstumsschübe Störungen in der motorischen Entwicklung möglich, die eine „Umstrukturierung motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten“ erfordern (Schnabel, 2004). Die zunehmende Abnabelung von den Eltern, das Interesse am anderen Geschlecht, die Entwicklung eigener Wertvorstellungen verbunden mit verstärkter  „Ich-Identität“ erfordern ein hohes pädagogisches Geschick des Trainers in diesem Entwicklungsabschnitt. Die Verhaltensbiologin Haug-Schnabel empfiehlt in dieser Zeit mit dem Button herumzulaufen „Wegen Umbau im Gehirn ist in folgenden Bereichen mit Behinderung zu rechnen: Umgang mit Gefühlen, Impulskontrolle, Handlungsplanung. Danke für Ihr Verständnis“. (Der Spiegel 21/2008, S. 153)

 „Pubertät ist, wenn die Eltern anfangen, schwierig zu werden.“ Michael Marie Jung (1040*) Hochschullehrer

Mehr zum Thema: – http://www.praxis-jugendarbeit.de/jugend-probleme-themen/24-Pubertaetsphasen-und-typische-Reaktionen.html

                                 –  Shakhlina & Litisevitch (2012). Die Geschlechtsreifung von Mädchen und deren Rolle in der sportlichen Vorbereitung von Frauen. Leistungssport 4/12, 14-17 https://www.iat.uni-leipzig.de/datenbanken/iks/open_archive/ls/lsp12_04_14_17.pdf

 


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