Sozialisation

20. Juli 2017 S 0

Sozialisation (sozialisation), lat. sociare ‚verbinden‘; individuelle Aneignung von Werten, Normen und Verhaltensmustern einer Gesellschaft. Maßgeblichen Anteil an der Sozialisation hat die Familie (primäre Sozialisation), weiteren Einfluss (sekundäre Sozialisation) haben andere Gruppen (peer-group) und Institutionen (Medien, Sport). Sozialisation ist in vielen Fällen identisch mit Erziehung. →Rollenkonflikt, →Rollenlernen

Die Sozialisation im und durch Sport zählt als klassisches Untersuchungsfeld der Sportsoziologie. Dabei stehen zwei voneinander unabhängige Aspekte im Blickpunkt (Heinemann,1980): einmal Sozialisation in den Sport (aktiv, Einfluss Familie…) und zum anderen Sozialisation durch den Sport (widersprüchliche Befunde, →Persönlichkeit). So werden durch den Sport bedeutsame Wertvorstellungen und Normen (z.B. →fair play), aber auch negative Sozialisationswirkungen (Aggressivität, Erfolgszentrierung) hervorgebracht.

Aktuelle Studien zur Einbeziehung von Migranten in den Sport zeigen, dass zugewanderte Jungen keine so starken Einschränkungen durch die Familie erleben und ihre sportbezogenen Präferenzen selbstbestimmter ausleben können. Mädchen, die den traditionellen Geschlechterrollen unterliegen, nach den Geboten des Islams erzogen wurden oder in Familien aufwachsen, die sich (noch) stärker an den kulturellen Normalitätsmustern der Herkunftsgesellschaft orientieren, partizipieren nur selten am Vereinssport (Burrmann et al. 2012, S.169).

 

Mehr zum Thema: http://lexikon.stangl.eu/60/sozialisation-sozialisierung/


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