Zyklusweg (sz)

17. August 2017 Z 0

Zyklusweg (sz) (cyclic distance), Strecke, die der Schwimmer (exakt der Körperschwerpunkt) mit einem Bewegungszyklus in horizontaler Richtung zurücklegt. Rechnerisch lässt sich der Zyklusweg aus der Schwimmgeschwindigkeit (v) und der Zugfrequenz (f) ermitteln, wobei

sz = (v  *  60):f

Die Zykluswege im Schwimmen gehen von 1.50m (Brust/Damen) bis gegen 2,50m (Freistil/Herren). Der Zyklusweg ist ein Ausdruck effektiven Schwimmens. Wettkampfanalysen zeigen auch bei prominenten Schwimmern/innen, dass ein Leistungsabfall mit kürzeren Zykluswegen (höheren Frequenzen) einhergeht. Auch physiologisch wurde nachgewiesen, dass bei Überschreiten des maxLass der Zyklusweg nicht mehr gehalten werden kann (Dekerle et al. 2005). Im Bootsbau besagt die FOUDsche Ziffer, dass die Bootslänge über die Geschwindigkeit entscheidet. Auf das Schwimmen übertragen haben wir die Möglichkeit, große Schwimmer (→Körperhöhe) auszusuchen oder/und lange Zykluswege anzustreben (langmachen, Widerstand verringern). Im Schwimmen mit kontinuierlichem Antrieb aus den Extremitäten wie im Freistil– und Rückenschwimmen ist der Einfluss des Zyklusweges stärker. Sprinter steigern ihre Geschwindigkeit durch Veränderung räumlichzeitlicher, koordinativer (Koordinationskoeffizient) und kinetischer Parameter, wobei das signifikant für die Zugfrequenz und die eingesetzte Kraft pro Armzug zutrifft (Seifert et al. 2014). Dadurch kann der Zyklusweg fast gehalten werden, was wir auch bei unseren Tests im Kanal festgestellt hatten (Rudolph, 2014), Dem entgegen werden bei synchronen Bewegungen die antriebslosen Phasen reduziert (→Brustschwimmen), wodurch die Zugfrequenz auf Kosten des Zyklusweges steigt (Witt, 2008). →Frequenzfalle, →Zyklusindex, →Abdruckweg

Abb.: Mittlere Zykluswege der Finalteilnehmer bei den Olympischen Spielen 1996 und 2000

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